Cushing beim Pferd
Ursachen
Symthome
Was kann ich tun?
Erhält ein/e Pferdebesitzer/in vom Tierarzt
die Diagnose Cushing, dann ist das zunächst
ein Schock. Das Equine Cushing Syndrom
(ECS) oder auch PPID (Pituitary pars inter-
media dysfunction) gilt schließlich als un-
heilbare Krankheit.
Dieser Artikel soll erklären um was es sich
handelt, wie man es erkennt und vor allem,
was getan werden kann, um dieser
Krankheit, möglichst mit natürlichen
Mitteln, zu begegnen.
Inhaltsverzeichnis
Worum geht es?
Die Bezeichnung PPID (Pituitary pars inter-
media dysfunction) deutet auf den betroffe-
nen Bereich, eine Störung in der
Hirnanhangdrüse. Diese wirkt sich so aus,
dass die Nierennebenrinde durch das
Hormon ACTH ständig angeregt wird
,Cortisol zu erzeugen.
Dies ist ein normaler und ganz wichtiger
Vorgang, der z.B. durch Stress bei einem
Fluchtreflex ausgelöst wird. Die erhöhte
Cortisol Ausschüttung führt zu einer
Erhöhung des Blutzuckerspiegels und mobi-
lisiert Energiereserven. Im Normalfall regu-
liert die erhöhte Cortisol Menge die ACTH-
Ausschüttung (ACTH = adrenokortikotrope
Hormon) und es stellt sich ein Gleichgewicht
ein.
Im Falle von Cushing funktioniert diese
Regulierung nicht. Das Pferd befindet sich
im Dauerstress, der die Wirkung des
Immunsystem deutlich reduziert. Cushing
selbst ist nicht lebensbedrohlich, jedoch die
Krankheiten, die durch die Schwächung der
Immunabwehr entstehen, können es sein.
Symptome – Wie erkenne ich Cushing?
Das Equine Cushing Syndrom tritt vor allem
bei Pferden ab einem Lebensalter von 12 bis
15 Jahren auf. Es ist ein schleichender
Prozess und häufig zu Beginn unerkannt.
Deshalb sehr aufmerksam sein, wenn der
Fellwechsel untypisch verläuft. ECS macht
sich bemerkbar durch:
•
Störungen des Fellwechsels, verspätet,
länger anhaltend,
ganzjährig langes, lo-
ckiges Fell
(Hirsutismus)
•
Schwitzen ohne
Belastung
•
Fettdepots über der
Augenhöhle,
•
Wasseraufnahme mit vermehrtem
Harnabsatz
•
Sehstörungen, vermehrte Bildung von
Tränenflüssigkeit
•
Abmagerung und Muskelschwund
•
Abgeschlagenheit
•
Gestörte Immunabwehr
•
Bindegewebsschwäche
Viele der betroffenen Pferde erleben eine
Fettumverteilung, so dass sich Fettpolster
an Mähnenkamm, Kruppe und in der
Lendengegend bilden. In späteren Stadien
magern sie dann meist extrem ab, verlieren
an Muskelmasse und leiden an Osteoporose
und Bindegewebsschwäche. In der Folge
kann daraus Hufrehe entstehen, was bei
70% der Pferde mit Hormonstörungen der
Fall ist.
Treten mehrere der beschriebenen
Symptome auf, sollte ein Bluttest gemacht
werden. Dies kann durch einen/eine
Tierärzt/in oder Heilpraktiker/in erfolgen.
Mittels einer Blutanalyse wird der ACTH-
Wert ermittelt. Die Messung gibt einen
Anhalt, denn der Wert schwankt im Tages-
und Jahresverlauf. Auch hat Stress, wie be-
schrieben, eine enorme Auswirkung auf den
Wert. Die nachstehende Tabelle zeigt die
möglichen Schwankungsbreiten.
Hinweis: der Wert kann in zwei
Maßeinheiten angegeben werden: pg/ml
oder pmol/l. Die Umrechnung ist einfach:
(pg/ml) x 0,2202 = (pmol/l), oder pmol/l /
0,2202 = (pg/ml).
Gehandelt werden sollte schon im
Verdachtsfall, denn je früher der natürliche
Ablauf unterstützt wird, desto höher sind
die Erfolgschancen. Um besser zu
verstehen, was getan werden muss, werfen
wir einen Blick in den Körper.
Ursachen – Was passiert im Körper?
Die Ursache für diese Veränderungen ist,
wie eingangs erwähnt, ein zu hoher
Cortisol-Wert im Blut. Cortisol wird in der
Nebennierenrinde gebildet, angeregt durch
das Hormon ACTH. Dieses wird über die
Hirnanhangdrüse (Hypophyse) in den
Blutkreislauf gegeben. Gesteuert wird der
Vorgang durch den Hypothalamus, der di-
rekt über der Hirnanhangdrüse liegt.
Um das Hormon ACTH auszuschütten gibt
der Hypothalamus das CRH (Corticotropin-
Releasing-Hormon) frei. Dadurch erhöht
sich die Cortisol-Produktion in der
Nebennierenrinde. Damit sie nicht unkon-
trolliert wächst, hat sich die Natur einen
Regelkreis ausgedacht. Der Cortisol-Spiegel
wird an den Hypothalamus und an die
Hirnanhangdrüse zurückgemeldet (HPA-
Achse oder HHN-Achse, Hypothalamus-
Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse).
Zuviel Cortisol bewirkt bei gesunden
Pferden eine Dämpfung der ACTH-
Ausschüttung. Dazu wird der
Neurotransmitter Dopamin benötigt. Fehlt
er oder kann er nur unzureichend gebildet
werden, wird ungehemmt Cortisol produ-
ziert und führt so zu den oben beschriebe-
nen Auswirkungen.
Nun könnte man ja auf den Gedanken kom-
men dem Pferd Dopamin zu geben. Aber so
einfach ist das nicht, denn Dopamin kann
nicht in das Gehirn gelangen. Das verhin-
dert die Blut-Hirn-Schranke. Das Gehirn ist
ein geschützter Raum. Die Adern, die das
Gehirn mit Blut versorgen, sind besonders
ausgebildet und lassen nur wenige Stoffe
durch.
Was kann man tun?
Vor allem keine Panik! Es gibt Methoden,
mit denen man die Erkrankung positiv be-
einflussen kann. Einen wichtigen Hinweis
gibt die wissenschaftliche Beobachtung,
dass Cushing bei Pferden, die in freier
Wildbahn leben, so gut wie nicht auftritt.
Das legt den Schluss nahe, dass es etwas
mit der modernen Haltungsform und dem
verfügbaren Futter zu tun hat. Man muss
sich immer wieder vergegenwärtigen, dass
der Körper sämtliche Hormone, Enzyme,
Aminosäuren etc., die er zur Regelung sei-
ner Körperfunktionen benötigt, über hun-
derte von Millionen Jahren gelernt hat, aus
der verfügbaren Nahrung zu resorbieren
(aus dem Futter auslösen). Fehlen diese
Grundstoffe, die in den verschiedenen
Kräutern und Pflanzen enthalten sind, läuft
etwas schief. Im nächsten Abschnitt wer-
den wir uns näher damit befassen, wie
diese Dämpfung der ACTH-Ausschüttung
genau funktioniert und welche Grundstoffe
dazu nötig sind, um den natürlichen
Regelkreis wieder zu aktivieren.
Wiederherstellung des natürlichen
Ablaufs
Dopamin wird im Körper gebildet. Der
Ursprung ist Tyrosin, eine Aminosäure, die
in verschiedenen Pflanzen vorhanden ist
und mit dem Futter aufgenommen wird.
Tyrosin kann die Blut-Hirnschranke über-
winden. Im Gehirn wird es zu Dopamin ge-
wandelt und für den Bedarfsfall
gespeichert. Dopamin ist im Körper auch
die Vorstufe von Noradrenalin und
Adrenalin, insofern ein äußerst wichtiger
Baustein.
Wird dem Gehirn ein zu hoher Cortisol-
Wert gemeldet, so gibt es Dopamin frei.
Dies setzt sich auf die ACTH-Rezeptoren im
synaptischen Spalt und blockiert diese.
Damit wird die ACTH-Ausschüttung
gedämpft.
Man kann das mit einem
Wasserhahn vergleichen, der
allerdings im Normalfall voll
geöffnet ist. Kommt die
Meldung „zu viel Cortisol“, wird er
zugedreht, bis sich ein Gleichgewicht ein-
stellt. Das Zudrehen übernimmt das
Dopamin.
Mit diesem, von der Natur fein eingerichte-
ten Mechanismus, kann sich der
Organismus auf sich ändernde
Bedingungen einstellen, also auch auf die
jahreszeitlichen Unterschiede.
Die Ursachen für einen Mangel an Dopamin
können durchaus ein Mangel an Tyrosin im
Futter oder das fehlende Vermögen diese
Aminosäure aus dem Futter zu resorbieren
(aus dem Futter auslösen) sein. Letzteres
wird unterstützt durch die Beobachtung,
dass Cushing in überwiegender Häufigkeit
bei älteren Pferden (ab 12 – 15 Jahre) auf-
tritt, denn mit zunehmendem Alter geht
diese Resorptionsfähigkeit zum Teil verlo-
ren. In diesem Zusammenhang ist es auch
wichtig, dass der Magen-Darmtrakt intakt
ist, denn das unterstützt die
Resorpionsfähigkeit.
Die Firma Terranur hat das Produkt
genau auf diesen Mechanismus zielt. Es
enthält, neben verschiedenen Kräutern und
Vitaminen, den fehlenden Grundstoff in
Reinform. Er gelangt deshalb ohne
Resorption über den Darm direkt ins Blut
und wird im Gehirn zu Dopamin umgewan-
delt. Damit wird der natürliche Regelkreis
unterstützt und der Cortisol-Spiegel kann
im Gleichgewicht gehalten werden. Für wei-
tere Informationen und
Anwendungsbeispiele besuchen Sie gerne
Fragen - Antworten - Fazit
Kann geeignetes Futter helfen?
Ja, durchaus. Gerade in der Phase mit noch
hohem ACTH-Wert sollte auf zucker- und
stärkearmes Futter geachtet werden. Auch
bei Gras und Heu vorsichtig sein, denn es
enthält Fruktan, dass auch den
Zuckerhaushalt beeinflusst. Durch den er-
höhten Cortisol-Spiegel ist der
Blutzuckergehalt, wie schon ausgeführt,
ohnehin deutlich erhöht. Es gibt verschie-
dene Hersteller am Markt, die spezielle
Mischungen, z.B. Seniorenfutter, anbieten.
Das Problem der eingeschränkten
Resorptionsfähigkeit wird dadurch jedoch
nicht gelöst.
Was genau ist in C-Control enthalten?
L-Tyrosin
Es ist der absolut notwendige Grundstoff,
damit der Körper Dopamin erzeugen kann.
In der reinen Form gelangt er direkt über
den Darm in die Blutbahn. Also ohne
Resorption aus den Futterbestandteilen,
die u.U. gestört sein kann.
Apfelessig
Er ist nicht nur gut für den Magen, sondern
ihm wird nachgesagt, dass er
Blutzuckerzitzen abbauen kann. Gerade im
Stadium des akuten Cushings ist der
Blutzuckerspiegel viel zu hoch. Apfelessig
kann hier unterstützen.
Hagebutte
Sie hat zahlreiche, wissenschaftlich belegte
Wirkungen im Bereich von Arthrose und
Schmerzlinderung. In diesem Fall wird sie
aufgrund ihres außergewöhnlich hohen
Vitamin C – Anteils verwendet. Dieser wirkt
als Co-Faktor um den
Umwandlungsprozess zu Dopamin zu
unterstützen.
Kieselgur
Es besteht zum größten Teil aus
Siliciumdioxid und hat damit enorm
positive Wirkungen auf viele Bereiche des
Körpers. Im Falle von Cushing sind
insbesondere die positiven Einflüsse auf
das Bindegewebe, sowie das Immunsystem
von Relevanz.
Xantan
Xanthan ist für Bio-Lebensmittel
zugelassen. Es wird als Verdickungsmittel
eingesetzt, damit sich die verschiedenen
Inhaltsstoffe besser vermischt halten. So
kann auf synthetische Emulgatoren
verzichtet werden.
Sind Nebenwirkungen durch C-Control
bekannt?
Nebenwirkungen sind nicht bekannt und
auch nicht zu erwarten. Dopamin selbst
wird im Körper, wenn es nicht in den
Vesikeln gespeichert wird, relativ schnell
abgebaut. Deshalb ist auch die Dosierung
sehr unproblematisch.
Mein Tierarzt hat mir Prascend®
empfohlen.
Prascend® ist wohl das bekannteste
Medikament, das im Zusammenhang mit
Cushing verordnet wird. Ob es in jedem Fall
erforderlich ist, kann bezweifelt werden.
Nur die allerwenigsten Pferde haben
tatsächlich einen Tumor im Kopf. Es enthält
als wesentlichen Bestandteil Pergolid.
Dieser wirkt als Dopamin-Agonist, d.h. er
tut so als wäre er Dopamin. Auch er
blockiert die Rezeptoren im synaptischen
Spalt, je nach Höhe der Dosierung eine
mehr oder weniger große Anzahl, als festen
Wert. Um bei dem Bild des Wasserhahns zu
bleiben, dieser wird auf eine feste
Einstellung gedreht. Wichtig bei dieser
Behandlung ist, dass die Dosis stetig
justiert werden muss, denn über die Zeit
ändert sich der Bedarf. Eine ständige
Kontrolle der Blutwerte ist unerlässlich.
Liegt tatsächlich ein Tumor vor, ist dieses
Medikament allerdings unerlässlich.
Sprechen Sie mit ihrem/er Tierarzt/ärztin
über die beschriebenen alternativen
Möglichkeiten.
Gibt es Nebenwirkungen durch das
Medikament Prascend®
Es werden zum Teil über erhebliche
Nebenwirkungen berichtet. Wichtige
Hinweise gibt die Packungsbeilage.
Prascend® enthält den Wirkstoff Pergolid.
Dieser wurde bis 2011 beim Menschen zur
Behandlung von Parkinson eingesetzt,
musste aber aufgrund der sehr hohen
Nebenwirkungen vom Markt genommen
werden.
Wie lange muss ich die Ergänzungsmittel
oder Medikamente geben?
Bei sämtlichen Verfahren müssen die Mittel
lebenslang gegeben werden.
Gibt es weitere unterstützende
Maßnahmen?
Ja, absolut. Auf zwei ist besonders
hinzuweisen.
Bewegung
Wie schon erwähnt ist Cushing bei Pferden
in der freien Natur noch nicht beobachtet
worden. Da gibt es sicher einen
Zusammenhang mit dem verfügbaren
Futter, insbesondere den Kräutern, aber
um sie zu finden, müssen die Pferde 20 – 30
km täglich laufen. Viel Bewegung
unterstützt die Gesundung erheblich.
Darm
Der Darm ist das entscheidende Organ um
die lebenswichtigen Stoffe aus der Nahrung
in den Blutkreislauf zu überführen. Ihm
sollte deshalb größte Aufmerksamkeit
geschenkt werden. Endogen-Fit® Basis
und –Kur unterstützen hier besonders.
Weitere Informationen finden Sie auf der
Webseite von Terranur.
Wann kann ich mit einer Besserung
rechnen?
Egal bei welchem Verfahren,
Änderungsprozesse im Körper verlaufen
langsam. Man rechnet mit 6 – 8 Wochen
bevor man Veränderungen sieht.
Fazit
Auch wenn die Diagnose Cushing zunächst
ein Schock ist, Panik ist unangebracht. Es
gibt sehr gute Möglichkeiten, nicht nur
medikamentöse, sondern vor allem auch
die beschriebenen naturheilkundlichen,
dieser Erkrankung zu begegnen. Allerdings
sind schnelles und konsequentes Handeln
unerlässlich. Je eher begonnen wird, desto
höher sind die Erfolgsaussichten.
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